Vom Donauweibchen
Fischer, die es wahrnehmen, warnt es vor Sturm und Unwetter. Bei Hochwasser zeigt es den Schiffen die Fahrtrichtung und den Weg. Bei Nebel taucht es mitunter vorn am Schiff auf und treibt die Nebelschwaden zurück.
Wer das Donauweibchen je singen gehört hat, dem geht dieser Klang nicht mehr aus dem Sinn. Er rührt das Herz und ergreift alle, die zuhören, ganz und gar. Das macht seinen Gesang auch so gefährlich. Fischer vergessen darüber das Steuern. Immer wieder sind Schiffe deshalb zerschellt und Leute ertrunken.
Heimtückisch kann das Donauweibchen hin und wieder auch sein. Kinder haben es ihm angetan. Es lockt sie zu sich und zieht sie hinunter in sein nasses Reich.
Meist ist das Donauweibchen aber gutmütig. Bauern und Fischern hat es schon bei der Arbeit geholfen. Mitunter verschenkt es Kieselsteine, kleine Fische, Schilf und ähnliche Kleinigkeiten. Die Dummen schmeißen das Zeug als »Tand« weg. Wer schlau ist, hebt ein solches Geschenk gut auf. Oft wird es über Nacht zu Gold – oder ist gar noch viel mehr wert.
© Helmut Wittmann