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Von den Nibelungen

Wer kennt sie nicht, die tragische Sage vom jungen Drachentöter Siegfried. Das Bad im Drachenblut machte ihn fast unverwundbar.

Aber eben nur fast, denn die Stelle, die ein Lindenblatt bedeckte, blieb verletzlich. Dies nutzte Hagen von Tronje und erstach den jungen Helden hinterrücks.

In rasendem Schmerz schwor Siegfrieds junge Witwe Kriemhild Rache. Jahre vergingen in Trauer. Schließlich nahm sie den Heiratsantrag von Etzel, dem Hunnenkönig, an. Er war zu dieser Zeit der mächtigste Herrscher der Welt. Die Hochzeit sollte auf seiner Burg im Osten stattfinden. Am Weg dorthin machte Kriemhild auch ihrem Onkel Piligrim die Aufwartung. Er residierte als Bischof und Fürst hier in der Stadt »Pazzouwe«, also Passau, »wo der Inn schäumend in die Donau niedergeht«. Arm und Reich liefen zusammen als der Hochzeitszug mit der schönen Kriemhild durch den Paulusbogen einzog. Das monumentale Wandgemälde im großen Rathaussaal erinnert noch heute an diesen Empfang.

Jahre später kamen hier die Burgunden, oft auch die Nibelungen genannt, durch. Kriemhild hatte sie zu einem Fest an den Hof Etzels geladen. Die Nibelungen ahnten wohl, dass dies ein Zug ins Verderben werden würde. Aber mit tausend Rittern und neuntausend Knechten fühlten sie sich sicher. Weissagende Wasserfrauen und selbst König Dietrich von Bern rieten ihnen am Weg umzukehren. Die Nibelungen zogen unbeirrt weiter in ihr Verderben. Ein Begriff war geboren – die Nibelungentreue. Sie schreckt selbst angesichts des sicheren Untergangs nicht zurück.

Quellen einer Fassung des Nibelungenliedes führen an den Hof des Passauer Bischofs Wolfger von Erla. Wahrscheinlich ist hier um 1200 vor allem der zweite Teil des Liedes, der von Kriemhilds Rache erzählt, entstanden.
© Helmut Wittmann

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